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Hintergrund

In Deutschland wird Kreativität oft gleichgesetzt mit "Kreativitätstechniken". Diese sind ein wesentlicher Aspekt der angewandten Kreativität; die alleinige Fokussierung darauf aber

In anderen Ländern sind kreative Methodiken, die mehrere Phasen des kreativen Prozesses abbilden, schon seit langem ein üblicher Bestandteil der angewandten Kreativität. 2 Beispiele von vielen hierfür sind:

In Deutschland hat bislang keine Methodik wirksam greifen können. Daher war die Zeit überfällig, das vorhandene Wissen über den kreativen Prozess zu bündeln und eine Methodik zu entwickeln, die die Phasen des kreativen Kreislaufs komplett und praktisch abbildet und existente singuläre Techniken sinnvoll integriert. Diese Methodik wurde in den Jahren 2003-2005 von Michael Luther entwickelt und trägt die den namen Idealog.


Idealog - Ideen im Dialog entwickeln

Idealog ist eine Kreativmethodik in 4 Schritten, die alle Phasen und Perspektiven des kreativen Prozesses integriert; sie steht für „Ideen entwickeln im Dialog“ (vgl. Luther 2007, 50 ff.). Sie besteht aus unterschiedlichen Handlungs-Dimensionen; allen gemeinsam ist die Unterteilung in 4 Schritte, analog dem Verlauf des kreativen Prozesses (in Anlehnung an Wallace).

Die 4 Schritte sind:

Orientierung

Generierung

Optimierung

Realisierung

Vorgehensweise bei der Methodik

In der Praxis kommt die Idealog-Methodik als eine gelenkte Gruppendiskussion zum Einsatz. Dabei nehmen nacheinander alle Beteiligten gemeinsam verschiedene Perspektiven ein, die den Phasen des kreativen Prozesses und damit jeweils auch unterschiedlichen kreativen Denkrichtungen entsprechen. Dadurch wird gewährleistet, dass in Problemlösungs- oder Innovationsprozessen alle, für die Bearbeitung einer Aufgabe relevanten Aspekte berücksichtigt werden. Auch werden Reibungsverluste durch zeitraubende Diskussionen vermieden, alle Denkpositionen paritätisch berücksichtigt und Prozesse zeitoptimiert durchgeführt.

Die fortgeschrittene Variante geht nach der AICA-Formel vor: Auftrag-Impuls-Check-Aktion. Sie unterteilt jeden der 4 Schritte zusätzlich in weitere Handlungsabschnitte, in denen jeweils ausgewählte Kreativitätstechniken zum Einsatz kommen.

Der Prozess kann mehrfach durchlaufen werden; es ist auch möglich, die Reihenfolge zu wechseln. Jeder der 4 Abschnitte zielt auf ein spezifisches Ergebnis, nutzt eine eigene Denkrichtung und verfügt über definierte Spielregeln, um den Erfolg sicherzustellen. Die bekannte Regel „Quantität vor Qualität“ kommt z.B. (nur!) in der 2. Phase der Ideenfindung zur Anwendung; in anderen Phasen gelten eigene Richtlinien. Nahezu alle bekannten Kreativitätstechniken können, ihrem Zweck entsprechend, in den einzelnen Schritten zum Einsatz kommen.

Wichtig ist dabei zu wissen, welches die aktuelle Phase ist und was hier erforderlich ist, um zu einer Lösung zu kommen. Eine eindeutige Trennung der Phasen ist notwendig, damit sich alle Beteiligten auf die jeweils erforderliche Art zu denken einstellen können.

Einsatz

Durch die praktische Umsetzung der 4 kreativen Prozessphasen eignet sich die Idealog-Methodik sowohl für Einzelpersonen wie auch für Teams zur umfassenden und systematischen Aufgabenbearbeitung, Sitzungsstrukturierung, Problemlösung und Projektarbeit bis hin zur gelenkten Innovation. Wesentliche Einsatzfelder in Deutschland sind aktuell berufliche Problemlösungsprozesse und der Bereich des systematischen Erfindens.

Praxis-Transfer-Tipps


Idealog ist unser Beitrag zur praktischen, kompetenten und systematischen Nutzung der Ressource in Beruf und Alltag.